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Funkoffizierslehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Funkoffizierslehrgang (Nachrichten-Offizierslehrgang)'''
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| colspan="3" | Der Funkoffizierslehrgang (oft auch als Nachrichten-Offizierslehrgang bezeichnet) war für das U-Boot-Archiv Wiki eine hochspezialisierte Ausbildungsebene. Da die U-Boot-Führung im Atlantik vollständig auf der Funkführung durch den B.d.U. basierte, war dieser Lehrgang die Voraussetzung für die Beherrschung der komplexen Kommunikationstechnik und Verschlüsselung (Enigma).
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| colspan="3" | Der Funkoffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Ausbildungsebene der Kriegsmarine. Da die operative Führung der U-Boot-Waffe im Atlantik vollständig auf der Funkführung durch den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) basierte, bildete dieser Lehrgang die essentielle Voraussetzung für die Beherrschung der komplexen Kommunikationstechnik, der Signalübermittlung und der streng geheim gehaltenen Verschlüsselungsverfahren.
 
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| colspan="3" | Entstehung: Mit der zunehmenden Bedeutung der Funkführung und der Einführung komplexer Schlüsselverfahren (M-Schlüssel/Enigma) wurde die Ausbildung ab 1935 an der Marinenachrichtenschule (M.N.S.) in Flensburg-Mürwik zentralisiert.
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| Standorte: || colspan="3" | Zentralisierung der Ausbildung ab 1935 an der Marinenachrichtenschule (M.N.S.) in Flensburg-Mürwik zur Sicherstellung einheitlicher Nachrichtenstandards.
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| Signalwesen: || colspan="3" | Intensive Schulung in der drahtlosen Telegrafie (d.T.), dem allgemeinen Signalwesen sowie im Peilwesen zur Standortbestimmung und Zielfindung.
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| Schlüsselmittel: || colspan="3" | Streng geheime Einweisung in die Handhabung und Wartung der Schlüsselmaschine Enigma (M-Schlüssel) sowie die Anwendung der wechselnden Tagesschlüssel.
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| Funkdisziplin: || colspan="3" | Vermittlung von Kenntnissen zur Wellenausbreitung und zur Vermeidung von Eigenpeilungen durch den Gegner zur Sicherung der Position des eigenen Bootes.
 
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| colspan="3" | Funktion: Ausbildung von Offizieren zum Nachrichtenoffizier (N.O.).
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| Ende: || colspan="3" | Fortführung der Lehrgänge bis Frühjahr 1945; in der Endphase lag der Schwerpunkt massiv auf der Abwehr der alliierten Funkortung und dem Einsatz von Kurzsignalen.
 
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| colspan="3" | Inhalte: Drahtlose Telegrafie (d.T.), Signalwesen, Peilwesen und – streng geheim – die Handhabung der Schlüsselmaschine Enigma.
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| colspan="3" | Technik: Verständnis für Wellenausbreitung und die Vermeidung von Eigenpeilungen durch den Gegner.
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| colspan="3" | Zusammenarbeit: Einweisung in die Zusammenarbeit mit der Luftwaffe und den Funkstellen an Land.
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| colspan="3" | Ende: Die Lehrgänge liefen bis zum Frühjahr 1945. In der Endphase lag der Fokus massiv auf der Abwehr der alliierten Funkortung.
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| Kurzsignale: || colspan="3" | Drill in der Erstellung und Entschlüsselung von Kurzsignalen, um die Sendezeit auf ein Minimum zu reduzieren und so die Gefahr einer Einpeilung durch Huff-Duff zu mindern.
 
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| Kooperation: || colspan="3" | Schulung in der Zusammenarbeit mit den Funkstellen der Luftwaffe und den Küstenfunkstellen an Land zur koordinierten See-Luft-Aufklärung.
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| Fehlerbehebung: || colspan="3" | Technische Einweisung in die Instandsetzung von Funkgeräten und Antennenanlagen unter Gefechtsbedingungen auf engstem Raum.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Spezialistenrolle: Auf größeren Booten (Typ IX) oder Führungsbooten gab es oft einen eigenen N.O. Auf Typ VII-Booten übernahm diese Aufgabe meist der II. Wachoffizier (II WO) nach Absolvierung eines verkürzten Lehrgangs.
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| Spezialistenrolle: || colspan="3" | Einsatz als Nachrichtenoffizier (N.O.) auf größeren Booten vom Typ [[IX C]] oder auf Führungsbooten; auf Booten vom Typ [[VII C]] meist Wahrnehmung durch den II. Wachoffizier.
 
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| colspan="3" | Voraussetzung für Stabsoffiziere: Viele spätere Kommandanten, die in den Stab des B.d.U. (op) berufen wurden, mussten diesen Lehrgang absolviert haben, um die Funkführung der Wolfsrudel zu koordinieren.
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| Stabsverwendung: || colspan="3" | Obligatorische Qualifikation für Offiziere der Personalreserve, die in den Stab des B.d.U. (op) zur Koordination der Wolfsrudeltaktik berufen wurden.
 
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| colspan="3" | Identifizierung: Wenn ein Kommandant als „Nachrichtenoffizier“ in einem Stab geführt wird, ist der Funkoffizierslehrgang in Mürwik die fachliche Basis.
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| Fachliche Basis: || colspan="3" | Der Lehrgang bildete das Fundament für die Identifizierung von Freund-Feind-Signalen und die korrekte Abwicklung des taktischen Funkverkehrs während der Geleitzugschlachten.
 
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Ausbildung der Nachrichten- und Funkoffiziere an der M.N.S. Flensburg.
 
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| Bundesarchiv Signatur PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. In den Qualifikationsberichten ist die Eignung zum Nachrichtenoffizier oft explizit vermerkt.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme am "Nachr.-Offz.-Lehrgang" als Voraussetzung für die Frontverwendung.
 
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| Bundesarchiv Signatur RM 7 || colspan="3" | Kriegstagebuch der Seekriegsleitung / Abt. III Nachrichtenübermittlung. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]. Dokumentiert die fachlichen Anforderungen, die in die Lehrgänge einflossen.
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Akten des OKM zur Weiterentwicklung der Nachrichtentechnik und der Verschlüsselungsverfahren auf U-Booten.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
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| Giessler, Helmuth || colspan="3" | "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Technische und organisatorische Grundlagen der Nachrichtenführung).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
 
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 16:46 Uhr

Ausbildung Funkoffizierslehrgang (Nachrichten-Offizierslehrgang)
Der Funkoffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Ausbildungsebene der Kriegsmarine. Da die operative Führung der U-Boot-Waffe im Atlantik vollständig auf der Funkführung durch den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) basierte, bildete dieser Lehrgang die essentielle Voraussetzung für die Beherrschung der komplexen Kommunikationstechnik, der Signalübermittlung und der streng geheim gehaltenen Verschlüsselungsverfahren.
Entstehung, Funktion und Ausbildungsinhalte
Standorte: Zentralisierung der Ausbildung ab 1935 an der Marinenachrichtenschule (M.N.S.) in Flensburg-Mürwik zur Sicherstellung einheitlicher Nachrichtenstandards.
Signalwesen: Intensive Schulung in der drahtlosen Telegrafie (d.T.), dem allgemeinen Signalwesen sowie im Peilwesen zur Standortbestimmung und Zielfindung.
Schlüsselmittel: Streng geheime Einweisung in die Handhabung und Wartung der Schlüsselmaschine Enigma (M-Schlüssel) sowie die Anwendung der wechselnden Tagesschlüssel.
Funkdisziplin: Vermittlung von Kenntnissen zur Wellenausbreitung und zur Vermeidung von Eigenpeilungen durch den Gegner zur Sicherung der Position des eigenen Bootes.
Ende: Fortführung der Lehrgänge bis Frühjahr 1945; in der Endphase lag der Schwerpunkt massiv auf der Abwehr der alliierten Funkortung und dem Einsatz von Kurzsignalen.
Spezifische Merkmale & Technik
Kurzsignale: Drill in der Erstellung und Entschlüsselung von Kurzsignalen, um die Sendezeit auf ein Minimum zu reduzieren und so die Gefahr einer Einpeilung durch Huff-Duff zu mindern.
Kooperation: Schulung in der Zusammenarbeit mit den Funkstellen der Luftwaffe und den Küstenfunkstellen an Land zur koordinierten See-Luft-Aufklärung.
Fehlerbehebung: Technische Einweisung in die Instandsetzung von Funkgeräten und Antennenanlagen unter Gefechtsbedingungen auf engstem Raum.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Spezialistenrolle: Einsatz als Nachrichtenoffizier (N.O.) auf größeren Booten vom Typ IX C oder auf Führungsbooten; auf Booten vom Typ VII C meist Wahrnehmung durch den II. Wachoffizier.
Stabsverwendung: Obligatorische Qualifikation für Offiziere der Personalreserve, die in den Stab des B.d.U. (op) zur Koordination der Wolfsrudeltaktik berufen wurden.
Fachliche Basis: Der Lehrgang bildete das Fundament für die Identifizierung von Freund-Feind-Signalen und die korrekte Abwicklung des taktischen Funkverkehrs während der Geleitzugschlachten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildung der Nachrichten- und Funkoffiziere an der M.N.S. Flensburg.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme am "Nachr.-Offz.-Lehrgang" als Voraussetzung für die Frontverwendung.
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM zur Weiterentwicklung der Nachrichtentechnik und der Verschlüsselungsverfahren auf U-Booten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
Giessler, Helmuth "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Technische und organisatorische Grundlagen der Nachrichtenführung).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132