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U-Stützpunkt Bergen

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Datenblatt U-Stützpunkt Bergen
Der U-Boot-Stützpunkt Bergen in Norwegen war einer der strategisch wichtigsten Stützpunkte der Kriegsmarine am Nordatlantik und fungierte als Drehscheibe für die Operationen gegen die Nordmeer-Konvois. Nach der Besetzung Norwegens im April 1940 (Unternehmen Weserübung) erkannte die Seekriegsleitung sofort den Wert Bergens aufgrund seiner geschützten Fjordlage und der Nähe zu den britischen Seewegen. Der Stützpunkt unterstand dem Admiral der norwegischen Westküste.
Operative Bedeutung und Einheiten
Bergen war der Hauptstützpunkt der 11. U-Flottille (aufgestellt im Mai 1942). Von hier aus operierten vornehmlich U-Boote vom Typ VII C und IX gegen die alliierten Geleitzüge im Nordmeer und die Nachschublinien nach Murmansk. Die Sicherung der Ansteuerungswege übernahmen Verbände wie der Küstensicherungsverband norwegische Westküste und Einheiten unter dem Führer der Minensuchboote Nord.
Der U-Boot-Bunker Bruno
Um die Boote vor den zunehmenden Luftangriffen der Royal Air Force zu schützen, wurde ab 1941 der massive U-Boot-Bunker „Bruno“ im Stadtteil Laksevåg errichtet. Er verfügte über sieben Boxen und bot Platz für bis zu neun U-Boote. In den angeschlossenen Werkstätten konnten komplexe Instandsetzungen durchgeführt werden, wofür spezialisiertes technisches Personal aus der Personalreserve und Absolventen der Fahrgerät-Lehrgänge vor Ort waren.
Infrastruktur und Logistik
Bergen diente nicht nur als Frontstützpunkt, sondern auch als Ausbildungszentrum. Kommandanten, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten, schätzten die dortigen Werftkapazitäten. Für die Versorgung der Besatzungen war der Verwaltungsoffizier (Zahlmeister) zuständig, während der Flottillenarzt die medizinische Betreuung nach den harten Einsätzen im Eismeer sicherstellte. Die Kommunikation mit der Heimat erfolgte über die 1. Marine-Nachrichtenabteilung, wobei der Signaldienst zur Einweisung der einlaufenden Boote in die Fjorde entscheidend war.
Das Ende 1944/1945
Nach der Räumung der Stützpunkte in Frankreich im Spätsommer 1944 wurde Bergen zusammen mit Trondheim zum wichtigsten Rückzugsort für die deutsche U-Boot-Waffe. In den letzten Kriegswochen im Mai 1945 kapitulierten die dortigen Einheiten gegenüber den britischen Streitkräften. Viele erfahrene Kommandanten gerieten hier in norwegische oder britische Gefangenschaft.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 55 Dienststellen der Kriegsmarine in Norwegen. Direktrecherche Invenio. Enthält die Kriegstagebücher des Admirals der norwegischen Westküste.
Bundesarchiv, Signatur RM 91 Dienststellen der U-Boot-Waffe. Dokumentiert die Aufstellung und Einsätze der 11. U-Flottille in Bergen.
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