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| Stützpunkt
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U-Stützpunkt Lorient (Keroman)
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| Der U-Stützpunkt Lorient (Deckname: „Keroman“) an der französischen Atlantikküste war der bedeutendste und technisch am besten ausgebaute Stützpunkt der deutschen U-Boot-Waffe im Zweiten Weltkrieg. Er diente als Hauptquartier des B.d.U. und als operative Basis für die erfolgreichsten Flottillen der Atlantikschlacht. Mit den massiven Bunkeranlagen Keroman I, II und III bot er Platz für bis zu 30 U-Boote, die durch eine Aufschleppanlage (Slipway) und eine Schiebebühne miteinander verbunden waren. Die strategische Lage direkt am Atlantik verkürzte die Anmarschwege massiv, während die modernsten Reparaturwerften der Westfront die technische Einsatzbereitschaft der Boote bis zur Kapitulation der „Festung Lorient“ im Mai 1945 sicherstellten.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Besetzung: |
Einnahme im Juni 1940; bereits im Juli 1940 lief mit U 30 das erste Boot zur Versorgung an der französischen Westküste ein.
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| Bunkerbau: |
Baubeginn im Februar 1941 (Keroman I-III); Schutz gegen schwerste Luftangriffe durch meterdicke Stahlbetondecken und integrierte Trockendocks.
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| Führungszentrum: |
Von November 1940 bis März 1942 befand sich in Lorient (Villa Kernevel) das Hauptquartier von Karl Dönitz (B.d.U.).
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| Einheiten: |
Heimatstützpunkt der 2. U-Flottille (Saltzwedel) und der 10. U-Flottille; Zentrum für die Ausrüstung mit Schnorcheln und Radarwarngeräten.
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| Festung Lorient: |
Ab August 1944 zur Festung erklärt und von alliierten Truppen eingeschlossen; die deutsche Besatzung kapitulierte erst am 10. Mai 1945.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Strategie: |
Wegfall der gefährlichen Passage durch die Nordsee; Erhöhung der Netto-Einsatzzeit in den Operationsgebieten um mehrere Tage pro Unternehmung.
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| Technik: |
Verfügbarkeit spezialisierter Werften für komplexe Instandsetzungen und die Nachrüstung neuester Täusch- und Ortungstechnologien.
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| Logistik: |
Zentrales Drehkreuz für die Versorgung durch Stützpunkt-Kompanien; Sammelpunkt für fast alle U-Boot-Asse während der „Glücklichen Zeit“.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 47 / 112 |
Akten des Seekommandanten Bretagne zur Verteidigung und Organisation des Stützpunktes Lorient.
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| BArch RM 54 / 112 |
Akten des Befehlshabers der Sicherung West zur Sicherung der Anlaufwege vor Lorient.
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| BArch RM 98 / 419 |
Kriegstagebuch (KTB) der in Lorient stationierten 2. U-Flottille. Invenio-Recherche.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band 2, Kapitel zu den Stützpunkten in Frankreich).
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| Rössler, Eberhard |
„Die deutschen U-Boot-Bunker und ihre Baugeschichte“ (Detaillierte Pläne und Bauphasen der Bunkeranlage Keroman).
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| Herzog, Bodo |
„60 Jahre deutsche U-Boote 1906–1966“ (Statistiken über die Fronteinsätze von Lorient aus).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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