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| Dienststellung
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Wachoffizier (Schiff)
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| In der Marine-Hierarchie wurden alle Offiziere auf Fahrzeugen, die nicht tauchfähig waren, als Wachoffiziere der Überwasserstreitkräfte geführt – unabhängig davon, ob es sich um ein 500-Tonnen-M-Boot oder einen 10.000-Tonnen-Kreuzer handelte. Auf größeren Einheiten ab Zerstörergröße (Kreuzer, Schlachtschiffe) war das System der Wachoffiziere (W.O.) wesentlich komplexer als bei kleineren Einheiten. Aufgrund der enormen Besatzungsstärken und parallelen Waffensysteme trugen die W.O.s eine geteilte Verantwortung für die Schiffsführung, die Disziplin der Divisionen und die operative Gefechtsbereitschaft ihrer jeweiligen Sektionen.
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| Funktion, Hierarchie und Spezialisierung
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| Offiziersanzahl: |
Während kleinere Einheiten oft nur zwei W.O.s führten, verfügten Zerstörer über ca. 4–5 und Schlachtschiffe (z. B. Tirpitz) über ein Dutzend oder mehr Offiziere.
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| Wachhabender: |
Zu jedem Zeitpunkt (Tag und Nacht) existierte ein verantwortlicher Offizier auf der Brücke, der das Schiff steuerte. Er trug das Wachabzeichen und handelte mit der direkten Autorität des Kommandanten.
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| Doppelrolle: |
Auf großen Schiffen waren W.O.s fast immer gleichzeitig Fachoffiziere. Ein Leutnant fungierte oft parallel als III. W.O., als Divisionsoffizier für ca. 100 Matrosen oder als Zentralartillerie-Offizier.
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| Repräsentation: |
Übernahme zeremonieller Aufgaben, wie die Begrüßung von Gästen am Fallreep oder die Leitung der militärischen Flaggenparade im Hafen.
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| Aufgaben im Bordalltag und Gefecht
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| Flottenformation: |
Höchste nautische Herausforderung durch das Halten der Position im Verband bei hoher Geschwindigkeit oder bei Zick-Zack-Kursen zur Abwehr feindlicher Angriffe.
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| Gefechtsstationen: |
Bei „Klar Schiff“ rückten die W.O.s von der Brücke in ihre spezialisierten Stationen ein (Feuerleitstände, Torpedosätze oder Schadenskontrollzentren).
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| Divisionen: |
Disziplinarische Führung der unterstellten Mannschaften (Divisionen); Sicherstellung der Ordnung und Ausbildung innerhalb der jeweiligen Fachbereiche.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Nautische Elite: |
Offiziere mit Erfahrung auf Zerstörern galten als nautisch besonders sicher. Ein Wechsel zur U-Boot-Waffe erforderte für sie oft nur eine rein taktische Umschulung (U-W.O.-Lehrgang).
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| Führungserfahrung: |
Die Leitung großer Menschenmassen auf Schlachtschiffen verlieh diesen Offizieren eine disziplinarische Härte, die sie später als Kommandanten auf Booten wie dem Typ VII C oder Typ IX C auszeichnete.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 3 / 1033 |
Dienstvorschriften über den inneren Dienst an Bord und die Aufgaben der Wachoffiziere auf großen Kriegsschiffen.
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| BArch RM 121 / 142 |
Lehrpläne der Marineschulen zur Ausbildung der Wachoffiziere für die Flotte.
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| Literaturverweise
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| Hildebrand / Steinmetz |
"Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Standardwerk zur Bordorganisation großer Einheiten).
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur personellen Besetzung der Bordoffiziere).
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| Koop / Schmolke |
"Die schweren Kreuzer der Admiral Hipper-Klasse" (Aufgabenverteilung im Offizierskorps).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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