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U-Stützpunkt Bergen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Der U-Boot-Stützpunkt Bergen in Norwegen war einer der strategisch wichtigsten Stützpunkte der Kriegsmarine am Nordatlantik und fungierte als Drehscheibe für die Operationen gegen die Nordmeer-Konvois. Nach der Besetzung Norwegens im April 1940 ([[Unternehmen Weserübung]]) erkannte die Seekriegsleitung sofort den Wert Bergens aufgrund seiner geschützten Fjordlage und der Nähe zu den britischen Seewegen. Der Stützpunkt unterstand dem Admiral der norwegischen Westküste.
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| colspan="3" | Der U-Boot-Stützpunkt Bergen in Norwegen war eine strategische Drehscheibe für Operationen gegen Nordmeer-Konvois und im Nordatlantik. Nach der Besetzung im Zuge des [[Unternehmen Weserübung]] (April 1940) diente der Ort aufgrund seiner geschützten Fjordlage als Hauptbasis für Frontflottillen und als wichtiger Instandsetzungsort für Boote der Typen [[VII C]] und [[IX C]].
 
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! colspan="3" | Operative Bedeutung und Einheiten
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| colspan="3" | Bergen war der Hauptstützpunkt der [[11. U-Flottille]] (aufgestellt im Mai 1942). Von hier aus operierten vornehmlich U-Boote vom Typ VII C und IX gegen die alliierten Geleitzüge im Nordmeer und die Nachschublinien nach Murmansk. Die Sicherung der Ansteuerungswege übernahmen Verbände wie der Küstensicherungsverband norwegische Westküste und Einheiten unter dem Führer der Minensuchboote Nord.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Operativ dem Admiral der norwegischen Westküste zugeordnet; truppendienstliche Führung durch die örtlichen Flottillenchefs.
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| Hauptverband: || colspan="3" | Sitz der [[11. U-Flottille]] (ab Mai 1942). Bergen wurde nach dem Verlust der Frankreich-Basen 1944 zum zentralen Rückzugsort der U-Boot-Waffe.
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| Sicherung: || colspan="3" | Schutz der Ansteuerungswege durch den Küstensicherungsverband norwegische Westküste sowie Einheiten unter dem Führer der Minensuchboote Nord.
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| Kriegsende: || colspan="3" | Mai 1945: Kapitulation gegenüber britischen Streitkräften. Bergen war einer der letzten aktiven Stützpunkte, von dem aus noch Feindfahrten gestartet wurden.
 
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! colspan="3" | Der U-Boot-Bunker Bruno
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale & Infrastruktur
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| colspan="3" | Um die Boote vor den zunehmenden Luftangriffen der Royal Air Force zu schützen, wurde ab 1941 der massive U-Boot-Bunker „Bruno“ im Stadtteil Laksevåg errichtet. Er verfügte über sieben Boxen und bot Platz für bis zu neun U-Boote. In den angeschlossenen Werkstätten konnten komplexe Instandsetzungen durchgeführt werden, wofür spezialisiertes technisches Personal aus der Personalreserve und Absolventen der Fahrgerät-Lehrgänge vor Ort waren.
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| Bunker "Bruno": || colspan="3" | Massiver Schutzbau im Stadtteil Laksevåg (ab 1941) mit 7 Boxen für bis zu 9 Boote. Konstruiert durch die Organisation Todt mit bis zu 4 Meter starken Stahlbetondecken.
 
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| Werftkapazität: || colspan="3" | Umfassende Werkstätten für komplexe Instandsetzungen; Stationierung von Spezialisten für den Fahrgerät-Lehrgang zur Wartung der automatischen Steuerungen.
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| Logistik: || colspan="3" | Zentrale Bevorratung mit Torpedos, Brennstoff und Proviant. Der Signaldienst war für die Einweisung der einlaufenden Boote in die engen Fjordsysteme unverzichtbar.
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| Flak-Schutz: || colspan="3" | Massive artilleristische Sicherung der umliegenden Höhenzüge durch die Marine-Artillerie zur Abwehr schwerer britischer Luftangriffe (z. B. "Tallboy"-Bomben).
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! colspan="3" | Infrastruktur und Logistik
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Bergen diente nicht nur als Frontstützpunkt, sondern auch als Ausbildungszentrum. Kommandanten, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten, schätzten die dortigen Werftkapazitäten. Für die Versorgung der Besatzungen war der Verwaltungsoffizier (Zahlmeister) zuständig, während der Flottillenarzt die medizinische Betreuung nach den harten Einsätzen im Eismeer sicherstellte. Die Kommunikation mit der Heimat erfolgte über die 1. Marine-Nachrichtenabteilung, wobei der Signaldienst zur Einweisung der einlaufenden Boote in die Fjorde entscheidend war.
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| Operationsbasis: || colspan="3" | Ausgangspunkt für die Bekämpfung der PQ-Konvois nach Murmansk. Die strategische Lage sparte den Booten im Vergleich zu deutschen Häfen mehrere Tage Anmarschweg.
 
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| Ausbildung: || colspan="3" | Durchführung von Tieftauchversuchen und taktischen Übungen in den tiefen Gewässern des Byfjords unter realnahen Frontbedingungen.
 
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! colspan="3" | Das Ende 1944/1945
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| Lazarettwesen: || colspan="3" | Spezialisierte medizinische Betreuung durch den Flottillenarzt zur Regeneration der Besatzungen nach harten Eismeer-Unternehmungen.
 
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| colspan="3" | Nach der Räumung der Stützpunkte in Frankreich im Spätsommer 1944 wurde Bergen zusammen mit Trondheim zum wichtigsten Rückzugsort für die deutsche U-Boot-Waffe. In den letzten Kriegswochen im Mai 1945 kapitulierten die dortigen Einheiten gegenüber den britischen Streitkräften. Viele erfahrene Kommandanten gerieten hier in norwegische oder britische Gefangenschaft.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 7 / 843 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Dokumentation der operativen Nutzung norwegischer Stützpunkte.
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften der [[1. U-Lehrdivision|1. U.L.D.]] zur Ausbildung und Einweisung in Frontstützpunkte.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge von Kommandanten mit Stationierung am Stützpunkt Bergen.
 
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| Bundesarchiv, Signatur RM 55 || colspan="3" | Dienststellen der Kriegsmarine in Norwegen. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Enthält die Kriegstagebücher des Admirals der norwegischen Westküste.
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| Bundesarchiv, Signatur RM 91 || colspan="3" | Dienststellen der U-Boot-Waffe. Dokumentiert die Aufstellung und Einsätze der 11. U-Flottille in Bergen.
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Landorganisation Norwegen).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur Bunkeranlage "Bruno" und Werftkapazitäten).
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| Mallmann Showell, Jak P. || colspan="3" | "U-Boot-Stützpunkte und Bunker 1939–1945" (Dokumentation der norwegischen Basen).
 
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Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 14:37 Uhr

Stützpunkt U-Stützpunkt Bergen
Der U-Boot-Stützpunkt Bergen in Norwegen war eine strategische Drehscheibe für Operationen gegen Nordmeer-Konvois und im Nordatlantik. Nach der Besetzung im Zuge des Unternehmen Weserübung (April 1940) diente der Ort aufgrund seiner geschützten Fjordlage als Hauptbasis für Frontflottillen und als wichtiger Instandsetzungsort für Boote der Typen VII C und IX C.
Historischer Kontext & Organisation
Unterstellung: Operativ dem Admiral der norwegischen Westküste zugeordnet; truppendienstliche Führung durch die örtlichen Flottillenchefs.
Hauptverband: Sitz der 11. U-Flottille (ab Mai 1942). Bergen wurde nach dem Verlust der Frankreich-Basen 1944 zum zentralen Rückzugsort der U-Boot-Waffe.
Sicherung: Schutz der Ansteuerungswege durch den Küstensicherungsverband norwegische Westküste sowie Einheiten unter dem Führer der Minensuchboote Nord.
Kriegsende: Mai 1945: Kapitulation gegenüber britischen Streitkräften. Bergen war einer der letzten aktiven Stützpunkte, von dem aus noch Feindfahrten gestartet wurden.
Spezifische Merkmale & Infrastruktur
Bunker "Bruno": Massiver Schutzbau im Stadtteil Laksevåg (ab 1941) mit 7 Boxen für bis zu 9 Boote. Konstruiert durch die Organisation Todt mit bis zu 4 Meter starken Stahlbetondecken.
Werftkapazität: Umfassende Werkstätten für komplexe Instandsetzungen; Stationierung von Spezialisten für den Fahrgerät-Lehrgang zur Wartung der automatischen Steuerungen.
Logistik: Zentrale Bevorratung mit Torpedos, Brennstoff und Proviant. Der Signaldienst war für die Einweisung der einlaufenden Boote in die engen Fjordsysteme unverzichtbar.
Flak-Schutz: Massive artilleristische Sicherung der umliegenden Höhenzüge durch die Marine-Artillerie zur Abwehr schwerer britischer Luftangriffe (z. B. "Tallboy"-Bomben).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Operationsbasis: Ausgangspunkt für die Bekämpfung der PQ-Konvois nach Murmansk. Die strategische Lage sparte den Booten im Vergleich zu deutschen Häfen mehrere Tage Anmarschweg.
Ausbildung: Durchführung von Tieftauchversuchen und taktischen Übungen in den tiefen Gewässern des Byfjords unter realnahen Frontbedingungen.
Lazarettwesen: Spezialisierte medizinische Betreuung durch den Flottillenarzt zur Regeneration der Besatzungen nach harten Eismeer-Unternehmungen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 / 843 Seekriegsleitung: Dokumentation der operativen Nutzung norwegischer Stützpunkte.
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften der 1. U.L.D. zur Ausbildung und Einweisung in Frontstützpunkte.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Kommandanten mit Stationierung am Stützpunkt Bergen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Landorganisation Norwegen).
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur Bunkeranlage "Bruno" und Werftkapazitäten).
Mallmann Showell, Jak P. "U-Boot-Stützpunkte und Bunker 1939–1945" (Dokumentation der norwegischen Basen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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