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| Ausbildung
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U-Artillerielehrgang
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| Der U-Artillerielehrgang war die fachspezifische Qualifizierung für das Geschützpersonal der U-Boot-Waffe. Im Gegensatz zur schweren Schiffsartillerie lag der Fokus hier auf der schnellen Feuerbereitschaft nach dem Auftauchen sowie der Beherrschung der Waffen bei starkem Seegang und minimaler Zieloptik. Er bildete die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz der Deckgeschütze gegen unbewaffnete oder schwach gesicherte Handelsschiffe.
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| Ausbildungsinhalte & Methodik
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| Geschützkunde: |
Handhabung und Wartung der U-Boots-Zieloptik und der speziellen U-Boots-Kanonen (z. B. 8,8-cm-SK C/35 oder 10,5-cm-SK C/32). Besonderes Augenmerk lag auf der Pflege der Mündungsverschlüsse gegen Korrosion durch Salzwasser.
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| Schnellfeuer-Drill: |
Training des „Klar-Deck“-Manövers. Die Besatzung lernte, unmittelbar nach dem Auftauchen aus dem Turm zu stürmen, das Geschütz zu entsichern und innerhalb weniger Sekunden den ersten Schuss abzugeben.
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| Flak-Ausbildung: |
Ausbildung an der 2-cm- und 3,7-cm-Flak zur Abwehr feindlicher Flieger. Hierbei erfolgte eine enge Verzahnung mit dem Flakwaffenleiterlehrgang zur Koordination der Abwehrfeuerglocke.
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| Munitionshandhabung: |
Schulung im schnellen Munitionsnachschub aus den Lasten unter Deck durch die engen Turmluken – ein kritischer Flaschenhals bei längeren Artilleriegefechten.
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| Spezifische Merkmale & Standorte
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| Standorte: |
Durchführung zumeist an der U-Boots-Lehrdivision (U.L.D.) in Neustadt/Holstein oder an der Marineartillerieschule (M.A.S.) in Kiel-Wik.
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| Taktik: |
Einschießen auf Ziele bei Nacht unter Nutzung von Leuchtgranaten sowie das „Gnadeschuss“-Verfahren zur Einsparung wertvoller Torpedos bei bereits manövrierunfähigen Wracks.
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| Personal: |
Teilnehmer waren meist Matrosen der artilleristischen Laufbahn sowie Wachoffiziere, die als Geschützführer die Feuerleitung übernahmen.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Torpedoeinsparung: |
Artillerieangriffe waren bis 1942 ein wesentliches Mittel des Handelskrieges, um Torpedos für gesicherte Geleitzüge aufzusparen. Boote vom Typ IX C führten hierfür einen größeren Munitionsvorrat mit.
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| Gefechtswert: |
Die im Lehrgang erlernte Präzision war entscheidend, um feindliche Funkstationen auf Handelsschiffen sofort auszuschalten und so die Absetzung von SOS-Meldungen zu verhindern.
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| Typ XXI Zäsur: |
Mit Einführung der Elektro-Boote entfiel das Deckgeschütz; der Lehrgang konzentrierte sich fortan rein auf die Flugabwehr in den ferngesteuerten Zwillingstürmen.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 121 / 162 |
Dienstvorschriften über die Ausbildung der U-Boot-Artilleristen und Flak-Bedienungen.
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| BArch RM 123 |
Akten der Marineschulen (Lehrgangspläne und Schießergebnisse der Marineartillerieschulen).
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die bestandene Prüfung zum U-Geschützführer oder Flak-Spezialisten.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel Marineartillerie).
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| Rössler, Eberhard |
"Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Details zur artilleristischen Bewaffnung).
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| Hildebrand, Hans H. |
"Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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